Archiv für die Kategorie „Nähwerk“
Klein aber Oho
In den letzten Tagen habe ich ein wenig mit Taschenschnitten experimentiert. Am liebsten mag ich große geräumige Taschen, in denen man seinen halben Hausrat mit sich rumschleppen kann.
Aber manchmal – manchmal! – genügt eben doch eine kleine Tasche, die gerade mal einer Geldbörse (ich würde ja nie Geldbörse sagen, aber das tippt sich einfach fluffiger als Portemonnaie), Handy, Schlüssel und einer Packung Taschentücher Platz bietet. Auf dem Foto sieht sie viel größer aus, als sie in Wirklichkeit ist. Ist wohl derselbe Effekt, der auch schlanken Menschen die wunderschönsten Doppelkinne zaubert oder Kinder wie Riesen erscheinen lässt, wenn man sie von unten fotografiert.
Ich liebe diesen blauen Stoff, den habe ich vor ein paar Monaten in einem Second Hand Laden gekauft. Seitdem bin ich dort nicht mehr hingegangen, weil da ein großes vollgestopftes Regalfach mit alten Stoffschätzen rumsteht. Und die Geschichte von dem eigenen überfüllten Stoffregal und dem Vorhaben, pro dazugekauftem Meter auch mindestens einen zu vernähen, ist den meisten von euch ja sicher bekannt. Deshalb schwing ich mich jetzt auch wieder an die Nähmaschine, damit ich demnächst mal wirklich einen Grund habe, neue Stoffe zu kaufen.
Einmal Wellness zum Mitnehmen, bitte!
Ich liebe Geschenke. Beschenkt werden genauso sehr wie verschenken. Und schon immer hatte ich ein Faible für thematisch zusammengestellte Geschenke. Heute auf dem Programm: Wellness.
Massagehandschuh, Badezusatz, Körperöl, eine Augenmaske, ein guter Tee – alles, was ein gutes Wellnesspaket eben braucht. Dazu habe ich heute kleine Handwärmer genäht. Ich finde die ganz großartig und eine tolle Alternative zu diesen mit fiesem chemischen Zeug befüllten Plastikteilen. Außerdem eine gute Verwertung für Stoffreste.
Zum Nachmachen: Einfach zwei Stoffstücke a 7×10 cm rechts auf rechts zusammennähen und eine Wendeöffnung lassen. Dann die Ecken stutzen und wenden. Mit Kirschkernen/Traubenkernen/Dinkel/oderoderoder füllen und die Wendeöffnung schließen – fertig!
Die Handwärmer für ca. 15 Sekunden in die Mikrowelle legen und dann ab raus mit euch!
Erste Häkelversuche
Ich hatte schon länger im Kopf häkeln zu lernen. Aber man kennt das ja, zwischen Vorhaben und Umsetzung können ganze Ären liegen. Am Wochenende wurde aus meinem Vorhaben jedoch ein fester Willen und von da an gehts dann ziemlich schnell zum Materialeinkauf und Loslegen. Nach ein paar jämmerlichen Probelappen habe ich mich an verschiedene Blümchenanleitungen rangetraut. Und mit jedem neuen Versuch wurden aus kleinen unförmigen Knubbeln immer erkennbarere Blümchen.
Das himbeerfarbende Sockengarn, das ich gekauft habe, passt ziemlich perfekt zu dem Kleid, dass ich nächstes Wochenende zur Goldenen Hochzeit meiner Großeltern tragen werde. Deshalb habe ich zwei meiner Häkelwerke an einen alten Haarreif genäht.
Neu in der Tauschbar gibts ab heute übrigens zwei dieser XXL-Schlafbrillen. Garantiert blickdicht!
Herbst
In allerlei Blogs kann man derzeit lesen, dass “er” kommt. Die Rede ist vom guten alten Herrn Herbst. Mir persönlich macht das nichts, irgendwo habe ich sicher schon mal erwähnt, dass ich kein großer Sommerfan bin. Ich mag die Übergangsjahreszeiten.
Gestern abend habe ich mir einen Herbstschal aus dünnen Baumwollstoffen genäht. Genau richtig, um die Zeit zwischen leichtem Sommerschal und dickem Strickmonster zu überbrücken. Und apropos stricken – ich habe mir fest vorgenommen dem alten Sozialpädagogenklischee nachzukommen und mich diesen Winter mal wieder an die Nadeln zu wagen.
Ordnung muss sein
Naja. Nicht wirklich. Eigentlich würde ich mich eher der Chaosfraktion zurechnen. Meine Wohnung (oder zumindest mein Zimmer, über den Rest wacht mein kleiner Hausdrache), mein Kopf, mein Schreibtisch (oh ja, ganz besonders der!) – da siehts überall nicht so aus wie von Muttern gelernt.
Eines meiner beliebtesten Chaosfelder sind meine Taschen. Dort findet sich (oder eben nicht) meist in wilder Unordnung Geldbörse, Taschentücher, Kalender, MP3-Player, Handy, Kamera, Labello, Tampons, Schlüssel, Stifte, olle Kassenbons und was sich sonst so ansammelt. Nachdem ich letztens schon mein Handy und meine Kamera mit kleinen Taschen versorgt habe, habe ich gestern weiter dem Täschchenwahn gefröhnt. Das macht mein Tascheninnenleben zwar nicht unbedingt ordentlicher, aber deutlich farbenfroher.
Eine pinke Cordtasche für meinen Mp3-Player (Modell uralt, also ein ganz schöner Brocken) mit Kopfhörerloch – so gibts endlich keine fiesen Schlüsselkratzer mehr!
Und eine kleine Tampontasche, damit die Biester nicht mehr wild verteilt in meiner Tasche rumfliegen.
Platz schaffen

Ohrschmuck wird für mich langsam aber sicher zu einer Sucht. Spätestens seit mein Ohrsteckerutensilio von der Wand gesegelt ist, weil es zu schwer war, bin ich mir dessen bewusst. War wohl doch etwas zuviel Gewicht für meine Saugnoppenkonstruktion.
Deshalb habe ich zwei neue Ohrsteckerutensilios genäht. Das halbe Gewicht tragen die Saughaken problemlos. Und das beste: Viel Platz für neue Errungenschaften. Außerdem gibts die Netze jetzt mit kleinen Schlaufen zum Aufhängen.
Die gute Handwerksfrau
Am Wochenende waren wir im Hagener Freilichtmuseum. Die aktuelle Sonderausstellung dort heißt “Karriere mit Lehre. Frauen im Handwerk in Westfalen-Lippe” und gibt einen Einblick in das Leben und den Stand von Handwerkerinnen im Laufe der Geschichte. Besonders erhellend fand ich dieses Zitat hier:

Heute habe ich mich mal an einem Rock a la Laura versucht. Kann ich nur weiterempfehlen, der ist wirklich schnell und einfach gemacht und trägt sich schön fluffig.

Postalische Freuden
Heute kam endlich das lang ersehnte Paket von Amazon an. Und mit lang ersehnt meine ich lang ersehnt, die Helden von DHL haben die erste Sendung nämlich einfach verschlampt und ich musste mich eine ganze Woche in Geduld üben, bis das neue Paket hier angekommen ist. Objekt der Begierde ist mein neuer Knipser – im kompakten Hosentaschenformat. Ich bin kein toller Fotograf, aber diese Kamera ist so klein und handlich, dass sie ab jetzt neben Geldbörse, Schlüssel, Handy, Kalender, Labello und Taschentüchern zu meiner Standartausrüstung für unterwegs dabei sein wird.
Eine passende Kameratasche hab ich natürlich auch genäht. Die Kombination aus petrolfarbenen Vintage Breitcord und einer 70er Tischdecke habe ich schon einmal für eine Notebooktasche für meine beste Freundin verwendet. Und da ich sie selbst echt schön finde, gibts für mich nun die Tasche im Kleinformat.

Außerdem hab ich heute noch eine neue Tasche für mein Handy genäht – super, wenn man den ersten Fehlversuch für die Kameratasche als “so gewollt” hinstellen kann.

Gefreut habe ich mich heute auch noch über ein anderes Päckchen: Vorgestern war ich der 10.000 Blogbesucher bei Sabine. Das ist so ein bisschen wie wenn man im Supermarkt als Jubiläumskunde vom Geschäftsführer mit einem gequälten Grinsen Blumenstrauß und Sekt überreicht bekommt (Ist das eigentlich schon mal wirklich jemandem passiert? Oder ist das ein reiner Filmmythos?). Mit Quälerei hat das hier aber gar nichts zu tun und Blumen und Sekt stinken gegen Sabines Jubiläumsgeschenk auch gehörig ab, das war nämlich dieses hübsche, asiatisch angehauchte Zippertäschchen. Dankeschön!

Wäschebeutel
Vor ein paar Monaten hat meine Oma mir ein Stück von ihr handgemachtes Leinen geschenkt – ein echtes Schätzchen. Dass das ersteinmal ein paar Monate im Stoffregal gelagert werden musste, bevor ich mich mit meiner Stoffschere daran wage, war mir direkt klar.
In den letzten Wochen hat mir beim Reisen etwas gefehlt, von dem ich nicht dachte, dass es mir jemals fehlen könnte: ein Wäschebeutel. Ich reise meistens mit meinem großen Trekkingrucksack und in dem herrscht immer ein ziemliches Durcheinander. Da ich weder Bügelfan noch ein guter Falter bin, kann ich über Falten und Geknittertes großzügig hinwegsehen. Aber sobald dann die Heimreise ansteht und die getragenen Sachen, die man vorher noch auf einem kleinen Wäschehaufen sammeln konnte, wieder zurück in den Rucksack wollen, hat man ein Problem. Saubere und schmutzige Wäsche zusammenschmeißen ist nicht wirklich der Hit. Dieses Problem kann man natürlich mit der Frage nach einer Tüte leicht abwenden, aber wesentlich netter ist doch ein hübscher selbstgenähter Wäschebeutel, in dem man von Anfang bis Ende der Reise seine Dreckswäsche sammeln kann.

Ich finde, Omas Leinen kombiniert mit dieser 70er Bettwäsche macht sich ziemlich gut als Reisebegleiter.
Anleitung für Stoffblumen
Da ich nun schon mehrfach gefragt wurde, wie ich meine Stoffblumen mache, habe ich mal eine Anleitung für euch gebastelt. Ich hoffe, alles ist verständlich beschrieben.
Was ihr braucht:
- Stoffrest
- Nadel und Faden
- Knopf
Aus dem Stoff schneidet ihr sechs Kreise aus. Zur Hilfe kann man jeden runden Gegenstand nehmen, ich benutze dafür ein Glas.
Jetzt schneidet ihr ein langes Stück Garn ab und verknotet ein Ende. Dann nehmt ihr euch einen der Kreise und faltet ihn zweimal, sodass ein Viertelkreis entsteht. Mit der Nadel fädelt ihr das Garn nun folgendermaßen durch die runde Seite des Viertelkreises:
Diesen Schritt wiederholt ihr mit allen sechs Kreisen. Das ganze sollte dann so aussehen:
Nun näht ihr einfach die beiden Enden zusammen. Der Faden sollte gut vernäht werden, am besten zieht man ihn nocheinmal durch den gesamten inneren Kreis. Das gibt der Blüte Halt und Form.
Jetzt müsst ihr euch nur noch einen Knopf aussuche und ihn in der Mitte aufnähen – fertig!
Mit angenähter oder angeklebter Broschennadel kann man diese Blüten als Anstecker verwenden. Aber auch als Verzierung für andere Nähprojekte eignen sie sich super.
Natürlich kann man auch mehr oder weniger Blütenblätter verwenden. Ich habe aber festgestellt, dass die Blumen mit sechs Blättern die schönste Form bekommen.